Das Finanz-Glossar.
Kein Steuerdeutsch, kein Fachjargon. Die wichtigsten Geld- und Steuer-Begriffe in einfachen Worten, damit du in jedem Video und jeder Mail sofort mitkommst.
Kein Begriff gefunden. Versuch es mit einem anderen Wort.
Abgeltungsteuer
Die pauschale Steuer auf Kapitalerträge, also auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Sie beträgt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, zusammen rund 26,375 Prozent, dazu kommt gegebenenfalls Kirchensteuer. Deine Bank führt sie in der Regel automatisch ab.
Anlage KAP
Der Teil deiner Steuererklärung für Kapitalerträge. Darüber holst du dir zum Beispiel zu viel einbehaltene Abgeltungsteuer vom Finanzamt zurück.
BaFin (Finanzaufsicht)
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist die staatliche Aufsicht über Banken, Versicherer und Bezahldienste in Deutschland. Sie kontrolliert die Anbieter und warnt öffentlich vor unseriösen Angeboten. Offizielle Infos und Warnlisten findest du auf bafin.de.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Zahlt dir jeden Monat einen festen Betrag, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kannst, ganz oder zum Teil. Auslöser können eine Krankheit sein, ein Unfall oder Kräfte, die stärker nachlassen, als es zum Alter passt. Auch wer noch halbtags arbeiten kann, kann berufsunfähig sein.
Debitkarte
Eine Karte, die dein Girokonto sofort belastet. Bei einer Kreditkarte sammelt sich der Betrag dagegen und wird gebündelt abgebucht. Für Kautionen, etwa bei Mietwagen und Hotels, wird eine Debitkarte nicht überall akzeptiert. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dafür ausdrücklich eine echte Kreditkarte.
Depot
Das Konto für deine Wertpapiere. Aktien, ETFs und Fonds liegen dort, das Geld dazu liegt auf einem Verrechnungskonto daneben. Was manche Banken für die Verwahrung verlangen, heißt Depotführungsgebühr.
Dispo (Dispositionskredit)
Der eingeräumte Überziehungsrahmen auf deinem Girokonto: Die Bank lässt dich bis zu einer Grenze ins Minus gehen. Das ist bequem, gehört aber zu den teuersten Krediten im Alltag und taugt darum nur für kurze Engpässe.
Dividende
Dein Anteil am Gewinn eines Unternehmens, den du als Aktionär ausgezahlt bekommst. Bei Fonds und ETFs bekommst du sie anteilig für die enthaltenen Aktien.
Einlagensicherung
Der gesetzliche Schutz deiner Bankguthaben: Bis 100.000 Euro pro Person und pro Bank sind Girokonto, Tagesgeld und Festgeld EU-weit abgesichert, falls die Bank pleitegeht.
Elstam
Kurz für elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale: die Daten, nach denen dein Arbeitgeber die Lohnsteuer einbehält, zum Beispiel Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Kirchensteuermerkmal.
Entnahmerate
Der Anteil deines Kapitals, den du dir pro Jahr auszahlst, wenn du davon leben willst. Eine bekannte Faustregel sind 4 Prozent, sie stammt aus US-Daten und ist keine Garantie.
ETF
Ein börsengehandelter Indexfonds (englisch Exchange Traded Fund). Er bildet einen Index wie den MSCI World nach und streut dein Geld dadurch über viele Unternehmen. Breite Index-ETFs kosten 0,07 bis 0,20 Prozent im Jahr.
Festgeld
Eine Geldanlage, bei der du einen Betrag für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins anlegst. Während der Laufzeit kommst du normalerweise nicht an das Geld, dafür ist der Zins gesichert.
Freibetrag
Ein fester Betrag, der von deinem Einkommen oder deiner Rente abgezogen wird, bevor Steuer oder Beiträge anfallen. Nur der Rest zählt. Freibeträge gibt es bei der Steuer, bei den Sozialabgaben und bei der Pfändung. Bei deinen Kapitalerträgen übernimmt der Sparer-Pauschbetrag diese Rolle. Die Freigrenze funktioniert anders.
Freigrenze
Eine Grenze, unter der du gar nichts zahlst. Überschreitest du sie um einen Cent, wird der volle Betrag fällig. Ein Freibetrag wirkt anders, dort zählt nur der Teil oberhalb. Beispiel: Auf deine Betriebsrente zahlt die Pflegeversicherung unterhalb der Grenze nichts und oberhalb auf den ganzen Betrag. Die Pfändungsfreigrenze heißt so, funktioniert aber wie ein Freibetrag, oberhalb bleibt der Grundbetrag geschützt.
Freistellungsauftrag
Dein Auftrag an die Bank, deine Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags steuerfrei zu stellen. Ohne ihn führt die Bank auch unterhalb des Freibetrags Steuer ab, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholst.
Girocard
Die Karte der deutschen Banken, früher EC-Karte genannt. In Deutschland wird sie fast überall angenommen. Ohne eine aufgedruckte Zweitmarke wie Visa oder Mastercard funktioniert sie im Ausland nicht, und zum Bezahlen im Internet taugt sie gar nicht. Seit dem 1. Juli 2023 werden kaum noch neue Karten mit der früher üblichen Zweitmarke Maestro ausgegeben. Viele Banken geben deshalb zusätzlich eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte aus.
Grundfreibetrag
Der Teil deines Einkommens, der jedes Jahr steuerfrei bleibt, weil er dein Existenzminimum sichern soll. Erst auf Einkommen darüber zahlst du Einkommensteuer. Die Höhe wird regelmäßig angehoben.
Grundversorgung
Der Standard-Stromtarif deines örtlichen Versorgers. Du landest automatisch darin, wenn du keinen eigenen Tarif abschließt. Prüf dort als Erstes, ob der Preis noch zu dir passt.
Haftpflichtversicherung (privat)
Springt ein, wenn du anderen aus Versehen einen Schaden zufügst. Für solche Schäden haftest du mit allem, was du hast, ohne Obergrenze. Deine Versicherung zahlt nur bis zu ihrer Deckungssumme, ein Blick in die Police lohnt sich.
Handelsplatz
Der Ort, an dem ein Wertpapier gekauft und verkauft wird, zum Beispiel die Börse Xetra oder die Börse gettex. Wie viele Handelsplätze deine Bank anbietet und welchen du wählst, wirkt sich auf die Kosten aus.
Hausratversicherung
Ersetzt deine eigenen Sachen in der Wohnung, zum Beispiel nach Einbruch, Brand, Sturm oder einem Leitungswasserschaden. Schäden bei anderen sind ein Fall für die Haftpflicht.
Inflation
Der allgemeine Anstieg der Preise über die Zeit. Sie senkt die Kaufkraft deines Geldes: Für denselben Betrag bekommst du später weniger.
Kapitalerträge
Das Geld, das dein Erspartes abwirft: Zinsen, Dividenden und Kursgewinne.
Kaufkraft
Wie viel du dir für einen bestimmten Geldbetrag tatsächlich leisten kannst. Sie sinkt mit der Inflation.
Kaution
Die Sicherheit, die du dem Vermieter beim Einzug hinterlegst. Gesetzlich sind höchstens drei Nettokaltmieten erlaubt, und du darfst sie in drei gleichen Monatsraten zahlen.
Kontowechselhilfe
Dein gesetzlicher Anspruch beim Bankwechsel: Die neue Bank stößt den Umzug deiner Buchungen binnen zwei Geschäftstagen an, die alte Bank liefert die Daten binnen fünf Geschäftstagen.
Kündigungsfrist
Der Zeitraum, den du zwischen deiner Kündigung und dem Vertragsende einhalten musst. Er steht in deinem Vertrag; bei Strom- und Handyverträgen setzt das Gesetz Obergrenzen.
Median
Der Wert genau in der Mitte einer Gruppe: Die eine Hälfte liegt darüber, die andere darunter. Bei Vermögen ist der Median ehrlicher als der Durchschnitt, weil ihn wenige Superreiche kaum verzerren.
Nettogehalt
Was von deinem Bruttogehalt nach Steuern und Sozialabgaben übrig bleibt und tatsächlich auf deinem Konto landet.
Notgroschen
Deine finanzielle Reserve für unerwartete Ausgaben, etwa eine kaputte Waschmaschine oder eine Autoreparatur. Sie sollte schnell verfügbar sein, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto.
NV-Bescheinigung
Die Nichtveranlagungs-Bescheinigung vom Finanzamt, für dich interessant bei geringem Einkommen. Liegt dein zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag, bleiben deine Kapitalerträge ohne Steuerabzug. Du beantragst sie beim Finanzamt, nicht bei der Bank.
Order
Dein Auftrag an die Bank, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Was die Bank dafür berechnet, heißt Orderprovision oder Ordergebühr.
Pfändungsfreigrenze
Der Anteil deines Einkommens, der bei einer Pfändung geschützt bleibt, damit du weiter Miete, Essen und Fixkosten zahlen kannst. Auf einem P-Konto sichert dir die Bank diesen Schutz automatisch. Die Grenze wird regelmäßig angepasst.
Sozialabgaben
Pflichtbeiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Sie gehen zusammen mit den Steuern vom Bruttogehalt ab.
Sparer-Pauschbetrag
Der Betrag, bis zu dem deine Kapitalerträge im Jahr steuerfrei bleiben: 1.000 Euro pro Person, bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 Euro (Stand 2026). Der Betrag wurde zuletzt 2023 von 801 auf 1.000 Euro angehoben. Er greift nur, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilt hast, sonst holst du die Steuer über die Anlage KAP zurück.
Sparplan
Eine automatische, regelmäßige Einzahlung, zum Beispiel jeden Monat in einen ETF. So baust du auch mit kleinen Beträgen über die Zeit Vermögen auf.
Spread
Die Spanne zwischen dem Preis, zu dem du ein Wertpapier gerade kaufen kannst, und dem, zu dem du es gerade verkaufen könntest. Die Spanne fällt bei jedem Kauf an, auch wenn die Order selbst nichts kostet. Genau daraus bezahlt der Handelsplatz den Broker, weil er Wertpapiere etwas teurer verkauft, als er sie ankauft. Eine kostenlose Order ist deshalb nicht umsonst, sie ist nur woanders eingepreist.
Steuer-ID
Deine lebenslang gültige steuerliche Identifikationsnummer. Sie steht zum Beispiel auf deinem Steuerbescheid und gehört in jeden Freistellungsauftrag.
Steuerklasse
Bestimmt, wie viel Lohnsteuer dein Arbeitgeber dir jeden Monat vom Gehalt abzieht. Sie ändert die monatliche Vorauszahlung; was du übers Jahr zahlst, steht erst mit der Steuererklärung fest.
Tagesgeld
Ein Konto, auf dem dein Geld flexibel bleibt und trotzdem verzinst wird. Du kommst jederzeit heran, der Zins kann sich aber jederzeit ändern.
Vorabpauschale
Eine Art Steuervorauszahlung auf Fondsanteile. Sie fällt an, soweit die Ausschüttungen eines Jahres unter einem unterstellten Mindestertrag bleiben, dem Basisertrag. Bei thesaurierenden Fonds, die gar nichts ausschütten, ist das der Regelfall. Ein ausschüttender Fonds kann aber ebenso betroffen sein, wenn seine Ausschüttung kleiner ausfällt als der Basisertrag. Deine Bank oder dein Broker bucht sie zu Beginn des Folgejahres vom Verrechnungskonto ab und verrechnet sie später mit der Steuer auf deinen Verkaufsgewinn.
Zinseszins
Der Effekt, dass du nicht nur auf dein eingezahltes Geld Zinsen bekommst, sondern auch auf die bereits gutgeschriebenen Zinsen. Über lange Zeiträume wächst dein Vermögen dadurch immer schneller.
Eine Finanz-Sache pro Woche, klar erklärt.
Trag dich ein und bekomm vier kostenlose PDFs sofort, danach jeden Sonntag die FinanzEinfach-Woche. Jederzeit mit einem Klick abmeldbar.