- Deine Kfz-Versicherung kündigst du spätestens einen Monat vor dem Ende deines Versicherungsjahres. Der 30. November ist dein Stichtag nur, wenn dieses Jahr am 31. Dezember endet.
- Wann dein Versicherungsjahr endet, steht in deinem Versicherungsschein.
- Für die Frist zählt der Tag, an dem deine Kündigung beim Versicherer ankommt. Wann du sie abschickst, spielt keine Rolle.
- Steigt dein Beitrag, lies die Mitteilung genau. Weist sie dich auf ein Kündigungsrecht hin, kannst du ab ihrem Eingang einen Monat lang kündigen, auch wenn dein Stichtag vorbei ist.
- Kündige erst, wenn dein neuer Vertrag steht. Ohne Kfz-Haftpflicht darfst du nicht fahren.
Wann musst du deine Kfz-Versicherung kündigen?
Dein Vertrag läuft ein Jahr. Kündigt niemand, verlängert er sich um ein weiteres. Deine Kündigung muss spätestens einen Monat vor Ablauf beim Versicherer sein.
Daraus ergibt sich der bekannte Termin. Endet dein Versicherungsjahr am 31. Dezember, liegt einen Monat davor der 30. November. Mit jedem anderen Enddatum rechnest du genauso.
Zwei Verträge, zwei Stichtage
Lara hat ihren Vertrag zum 1. Januar abgeschlossen. Ihr Versicherungsjahr endet am 31. Dezember, ihr letzter Kündigungstag ist der 30. November. Bei ihr passt der bekannte Termin.
Milan hat sein Auto Mitte März angemeldet. Sein Vertrag endet an dem Monatsersten, der auf das Vertragsjahr folgt, also am 1. April. Sein letzter Kündigungstag ist damit der 1. März.
| Wer | Vertrag endet | Letzter Kündigungstag |
|---|---|---|
| Lara | 31. Dezember | 30. November |
| Milan | 1. April | 1. März |
Im Februar kommt Milans Beitragsrechnung. Er denkt, kündigen gehe sowieso erst Ende November. Als er es merkt, ist der 1. März vorbei, und sein Vertrag läuft ein weiteres Jahr.
Wo steht dein Stichtag?
Entscheidend ist das Ende deiner Versicherungsperiode, und das steht in deinem Versicherungsschein. Ein Blick dorthin beantwortet die Frage endgültig, ein Blick in den Kalender aller anderen nicht.
Damit du das nur einmal nachsehen musst, trag deinen letzten Kündigungstag als jährlichen Termin ins Handy ein. Dann meldet sich dein Kalender von selbst, Jahr für Jahr, und du brauchst den Schein nie wieder dafür.
Zählt das Abschicken oder das Ankommen?
Das Ankommen. Für die Frist zählt der Tag, an dem deine Kündigung beim Versicherer ankommt. Wann du sie abschickst, spielt keine Rolle.
Zurück zu Milan. Hätte er seinen Termin gekannt und die Kündigung drei Tage vorher in den Briefkasten geworfen, wäre sie im Kopf erledigt gewesen. Ankommen muss sie aber bis zum 1. März, und ob ein Brief drei Tage braucht, entscheidet nicht er. Kommt sie am 2. März an, läuft der Vertrag weiter.
Plane den Weg mit ein, und lass dir den Eingang bestätigen. Dann steht schwarz auf weiß, wann deine Kündigung da war und wozu du gekündigt hast.
Reicht eine E-Mail, oder muss es ein Brief sein?
Im Gesetz steht, dass die Kündigung schriftlich sein muss. Ob eine E-Mail dafür genügt, ist rechtlich nicht geklärt, und wir behaupten hier weder das eine noch das andere.
Welchen Weg dein Versicherer akzeptiert, steht in deinen Vertragsunterlagen. Dort nachsehen ist verlässlicher als jede allgemeine Regel, denn dein Versicherer bindet sich an das, was er dort selbst nennt. Im Zweifel nimm den unterschriebenen Brief per Post, dann ist die Formfrage vom Tisch. Über den Zugang sagt das noch nichts, dafür ist die Eingangsbestätigung da.
Hast du nach einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht?
Milans Vertrag läuft jetzt ein weiteres Jahr. Für ihn gibt es trotzdem eine zweite Gelegenheit, und die steckt ausgerechnet in einer schlechten Nachricht.
Ein paar Monate später liegt eine Beitragsmitteilung im Briefkasten, sein Versicherer erhöht den Preis. So eine Mitteilung kann ein Kündigungsfenster öffnen. Das Gesetz gibt dir das Recht, wenn dein Versicherer den Beitrag über die Anpassungsklausel in deinem Vertrag erhöht, ohne dass dein Schutz entsprechend wächst. Steigt dein Beitrag, weil du nach einem Unfall zurückgestuft wirst oder umziehst, greift diese Regel nicht.
Der Prüfpunkt steht in dem Brief selbst. Wenn dir ein Kündigungsrecht zusteht, muss der Versicherer dich in der Mitteilung darauf hinweisen. Steht es dort, kannst du es nutzen. Lies sie ganz, bevor du sie ablegst.
Dann kannst du kündigen, einen Monat lang ab dem Tag, an dem die Mitteilung bei dir ankommt. Deine Kündigung wirkt frühestens zu dem Zeitpunkt, an dem die Erhöhung greifen würde. Den höheren Beitrag zahlst du gar nicht erst.
Das Gesetz verlangt außerdem, dass die Mitteilung spätestens einen Monat vor dem Wirksamwerden der Erhöhung bei dir ankommt. Die Erhöhung darf dich nicht überraschen. Dasselbe gilt in der Gegenrichtung, wenn dein Versicherer Leistungen kürzt, ohne den Beitrag zu senken.
Deine Schadenfreiheitsklasse wird besser, und der Beitrag steigt trotzdem?
Dieser Fall verdient genaues Hinschauen. Ein automatisches Kündigungsrecht folgt daraus nicht, aber es ist ein Anlass, die Mitteilung zu lesen und nach dem Hinweis darin zu suchen.
Welche Wege aus dem Vertrag gibt es noch?
Zwei weitere Anlässe stehen im Gesetz, ein Schaden und der Verkauf deines Autos.
| Anlass | Deine Frist |
|---|---|
| Ende des Versicherungsjahres | Die Kündigung muss einen Monat vor Ablauf beim Versicherer sein |
| Beitragserhöhung mit Hinweis auf dein Kündigungsrecht | Ein Monat ab dem Tag, an dem die Mitteilung bei dir ankommt |
| Schadensfall | Laut Gesetz ein Monat, dein Vertrag kann abweichen. In der Haftpflicht ab der Entscheidung deines Versicherers über den Schaden, in der Kasko ab dem Ende der Verhandlungen über die Entschädigung |
| Auto verkauft | Der Vertrag geht auf den Käufer über. Er kann ihn innerhalb eines Monats nach dem Kauf kündigen |
Das Gesetz gibt dir nach einem Schaden ein Kündigungsrecht, dein Vertrag darf es aber anders regeln. Was bei dir gilt, steht in deinen Versicherungsbedingungen.
Nach dem Gesetz dürfen beide Seiten kündigen, du und dein Versicherer. In der Kfz-Haftpflicht beginnt die Monatsfrist, sobald der Versicherer anerkannt hat, dass er für den Schaden aufkommt, oder das zu Unrecht abgelehnt hat. In der Kasko beginnt sie, wenn die Verhandlungen über die Entschädigung abgeschlossen sind. Du kündigst dann sofort oder zum Ende des laufenden Versicherungsjahres.
Verkaufst du dein Auto, geht deine Versicherung auf den Käufer über. Melde den Verkauf deinem Versicherer sofort, das Gesetz verlangt es unverzüglich. Der Käufer kann den Vertrag innerhalb eines Monats nach dem Kauf kündigen, mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres. Schließt der Käufer eine eigene Kfz-Haftpflicht ab, gilt der übernommene Vertrag damit als gekündigt.
Was kostet ein verpasster Stichtag?
Rechnen wir es an Milan durch, mit Beispielzahlen.
Milan zahlt bisher 780 Euro im Jahr. Beim Vergleichen findet er einen Tarif für 620 Euro. Das sind 160 Euro Unterschied, jedes Jahr. Weil er seinen Kündigungstag verpasst hat, bleibt er die ganze nächste Versicherungsperiode im alten Tarif und zahlt die 160 Euro zwölf Monate weiter, für ein Datum im Kalender.
Stichtag verpasst, was jetzt?
Dein Vertrag läuft dann ein weiteres Jahr. Achte auf die nächste Beitragsmitteilung, sie kann dir ein Kündigungsrecht geben. Für die Kündigung selbst zählen drei Punkte.
- Nenne einen bestimmten Termin. Bist du unsicher, schreib zusätzlich „hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt" dazu, nicht anstelle des Datums. Eine offen gehaltene Terminangabe kann so ausgelegt werden, dass dein Vertrag früher endet als gedacht. Ohne Kfz-Haftpflicht darfst du nicht fahren.
- Lass dir den Eingang bestätigen. Damit ist dokumentiert, wann und wozu gekündigt wurde.
- Kündige erst, wenn dein neuer Vertrag steht. Die Kfz-Haftpflicht ist Pflicht, zwischen altem und neuem Vertrag darf nichts unversichert bleiben. Wer zuerst kündigt und danach sucht, riskiert die Lücke.
Die Drei-Schritte-Prüfung
- Klär deinen Termin. Wann deine Versicherungsperiode endet, steht im Versicherungsschein. Dein letzter Kündigungstag liegt einen Monat davor. Ab damit in den Handy-Kalender.
- Sichere den Zugang. Deine Kündigung zählt, wenn sie beim Versicherer angekommen ist. Rechne den Postweg mit ein und lass dir den Eingang bestätigen.
- Sieh dir jede Beitragsmitteilung genau an. Dieser Schritt gilt das ganze Jahr. Dort steht, ob dein Preis steigt und ob dir ein Kündigungsrecht zusteht. Dann hast du ab dem Tag, an dem die Mitteilung ankommt, einen Monat Zeit zu kündigen, und den höheren Beitrag zahlst du gar nicht erst.
Der Vertrag ist selten der einzige. Strom, Konto, Handy und Versicherung laufen weiter, und jeder dieser vier Verträge hat einen Termin, den kaum jemand im Kopf hat. Der Vier-Verträge-Check geht sie der Reihe nach durch.
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Häufige Fragen
Gilt der 30. November für meine Kfz-Versicherung?
Nur dann, wenn dein Versicherungsjahr am 31. Dezember endet. Der Termin entsteht aus der Frist von einem Monat vor Ablauf. Endet deine Versicherungsperiode an einem anderen Datum, liegt dein letzter Kündigungstag einen Monat vor diesem Datum. Nachsehen kannst du es im Versicherungsschein.
Kann ich meine Kfz-Versicherung jederzeit kündigen?
Nein. Regulär kündigst du zum Ende deines Versicherungsjahres, und die Kündigung muss einen Monat vorher beim Versicherer sein. Dazwischen brauchst du einen Anlass, den das Gesetz nennt. Zwei solche Anlässe sind eine Beitragserhöhung, bei der dich der Versicherer auf dein Kündigungsrecht hinweist, oder ein Schadensfall. Verkaufst du dein Auto, geht der Vertrag auf den Käufer über.
Reicht eine E-Mail zum Kündigen?
Das Gesetz verlangt Schriftform, und ob eine E-Mail sie erfüllt, ist rechtlich nicht geklärt. Wir sagen dir hier weder, dass sie reicht, noch dass sie es nicht tut. Welchen Weg dein Versicherer akzeptiert, steht in deinen Vertragsunterlagen. Der unterschriebene Brief per Post nimmt die Formfrage vom Tisch.
Was muss in die Kündigung?
Dein Name und deine Anschrift, die Nummer deines Versicherungsscheins und das Kennzeichen. Dazu der Satz, dass du den Vertrag kündigst, mit einem bestimmten Termin, und zusätzlich „hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt". Bitte um eine schriftliche Bestätigung mit dem Eingangsdatum und unterschreib den Brief.
Wer kündigt beim Wechsel, ich oder der neue Versicherer?
Den alten Vertrag kündigst du, er läuft auf deinen Namen. Bietet dein neuer Versicherer an, das für dich zu erledigen, kündigt er in deinem Auftrag. Für die Frist zählt auch dann der Tag, an dem die Kündigung beim alten Versicherer ankommt. Lass dir den Eingang bestätigen, egal wer sie abschickt.
Muss ich zum Wechseln zur Zulassungsstelle?
Nein. Die Versicherungsbestätigung für deinen neuen Vertrag schickt der neue Versicherer elektronisch an die Zulassungsbehörde. Du kündigst beim alten Versicherer und schließt den neuen Vertrag ab. Achte darauf, dass der neue Vertrag nahtlos an den alten anschließt.
Mein Beitrag steigt. Kann ich deshalb kündigen?
Steht in der Beitragsmitteilung ein Kündigungsrecht, nutze es. Der Versicherer muss dich darauf hinweisen, wenn dir eines zusteht. Das Recht entsteht, wenn er den Beitrag über die Anpassungsklausel in deinem Vertrag erhöht, ohne dass dein Schutz entsprechend wächst. Dann hast du einen Monat ab dem Tag, an dem die Mitteilung bei dir ankommt. Deine Kündigung wirkt frühestens zu dem Zeitpunkt, an dem die Erhöhung greifen würde. Dasselbe gilt, wenn Leistungen gekürzt werden, ohne dass der Beitrag sinkt.
Kann ich nach einem Unfall kündigen?
Laut Gesetz ja, aber dein Vertrag darf das anders regeln, darum zählt zuerst, was in deinen Versicherungsbedingungen steht. Nach dem Gesetz dürft ihr beide kündigen, du und dein Versicherer, innerhalb eines Monats. In der Kfz-Haftpflicht beginnt er, wenn der Versicherer anerkannt hat, dass er für den Schaden aufkommt, oder das zu Unrecht abgelehnt hat. In der Kasko beginnt er mit dem Abschluss der Verhandlungen über die Entschädigung. Du kündigst sofort oder zum Ende des laufenden Versicherungsjahres.
Was passiert mit der Versicherung, wenn ich mein Auto verkaufe?
Sie geht auf den Käufer über. Melde den Verkauf deinem Versicherer sofort, das Gesetz verlangt es unverzüglich. Der Käufer kann den Vertrag innerhalb eines Monats nach dem Kauf kündigen, mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres. Schließt der Käufer eine eigene Kfz-Haftpflicht ab, gilt der übernommene Vertrag damit als gekündigt.
Bekomme ich trotz Schufa-Eintrag eine Kfz-Versicherung?
Die Kfz-Haftpflicht ja. Zum Preis sagt diese Pflicht nichts. Jeder Versicherer, der sie in Deutschland anbietet, muss dir den gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtschutz geben. Ablehnen darf er deinen Antrag nur aus Gründen, die das Gesetz aufzählt, und ein Schufa-Eintrag gehört nicht dazu. Die Gründe betreffen Beschränkungen in seinem Geschäftsplan oder einen früheren Vertrag bei ihm, den er etwa wegen Täuschung oder unbezahlter Beiträge beendet hat. Für Teil- und Vollkasko gilt diese Pflicht nicht.
Ich habe den Stichtag verpasst. Was jetzt?
Achte auf die nächste Beitragsmitteilung, dort kann ein Kündigungsrecht stehen. Für die Kündigung selbst gilt: einen bestimmten Termin nennen, den Eingang bestätigen lassen, und erst kündigen, wenn der neue Vertrag steht. Die Kfz-Haftpflicht ist Pflicht, eine Lücke zwischen zwei Verträgen darf nicht entstehen.
Quellen und Stand
- Vertragsdauer und Kündigungsfrist bei der Kfz-Haftpflichtversicherung: § 5a Abs. 1 Pflichtversicherungsgesetz (PflVG).
- Maßgeblich für die Frist ist der Zugang der Kündigung beim Versicherer: § 130 Abs. 1 Satz 1 BGB.
- Kündigungsrecht, wenn der Versicherer die Prämie auf Grund einer Anpassungsklausel erhöht, ohne dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes entsprechend ändert, Monatsfrist ab Zugang der Mitteilung, Hinweispflicht des Versicherers und Mitteilung spätestens einen Monat vor Wirksamwerden: § 40 VVG.
- Kündigung nach einem Versicherungsfall: § 111 VVG für die Haftpflicht, § 92 VVG für die Sachversicherung (Kasko).
- Übergang des Vertrags beim Verkauf, Anzeigepflicht und Kündigungsrecht des Käufers: §§ 95 bis 97 VVG, für die Haftpflicht über § 122 VVG. Übernommener Vertrag gilt als gekündigt, wenn der Käufer eine eigene Kfz-Haftpflicht abschließt: § 5a Abs. 2 PflVG.
- Annahmepflicht in der Kfz-Haftpflicht und die abschließenden Ablehnungsgründe: § 5 Abs. 2 und 4 PflVG.
- Versicherungsbestätigung elektronisch vom Versicherer an die Zulassungsbehörde: § 49 Abs. 2 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV).
- Die beiden Stichtage im Lara-und-Milan-Beispiel (30. November und 1. März) sind aus dem Normtext abgeleitet, nicht aus einer Einzelfallquelle übernommen.
- Die Beträge 780 Euro, 620 Euro und 160 Euro sind ein Rechenbeispiel von FinanzEinfach zur Veranschaulichung, keine Marktdaten.
- Stand: 28. September 2026. Alle genannten Normen haben wir am 28. September 2026 im Wortlaut geprüft, § 130 BGB am 7. September 2026. Dieser Artikel ist Bildungscontent und keine Rechtsberatung. Was zu deinem Vertrag passt, entscheidest du.
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